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Ortsverein Schwedt  


Der OV Schwedt hatte den Bau des neuen Binnenhafens, der 2002 eingeweiht wurde, von Anfang an begleitet. Ein Umschlag von 273.000 Tonnen im Jahr 2007 ist zwar ein Anfang, doch ist der neue Hafen damit noch nicht ausgelastet.

Warenströme, die verschifft werden können, sind am Wirtschaftsstandort Schwedt ausreichend vorhanden, doch werden zu viele Transporte mit dem Lkw durchgeführt, meint Thomas Tenner, der Vorsitzende des Ortsvereins. Er unterstützt mit seinem Ortsverein den weiteren Ausbau des Schifffahrtsweges zur Ostsee. Dazu muss die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße, ein Kanalsystem westlich der eigentlichen Oder, auf einer Länge von etwa 10 km auf 55 Meter verbreitert und auf 4,5 Meter vertieft werden.

Auf polnischer Seite soll die ca. 2,7 km lange Klützer Querfahrt die gleichen Ausbauparameter erhalten. Damit werden dann Küstenmotorschiffe aus dem Ostseeraum bis Schwedt fahren können, womit sich neue Güterpotenziale für den Schwedter Hafen erschließen lassen.

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Die in Schwedt und Umgebung wohnenden VBIW-Mitglieder beteiligen sich an den Veranstaltungen lt. VBIW- Veranstaltungskalender und werden durch die Mitglieder des Vorstandes direkt betreut.      


Besichtigung PCK Raffinerie GmbH Schwedt

Am 08. Mai 2014 informierten sich Mitglieder des VBIW in der PCK Raffinerie GmbH Schwedt über den Stand der Entwicklung des Unternehmens.

Das Unternehmen wurde 1958 als Erdölverarbeitungswerk Schwedt gegründet. Im Dezember 1963 erfolgte die Inbetriebnahme der Rohöl-Pipeline aus der damaligen Sowjetunion. Aus dem Erdölverarbeitungswerk wurde 1970 das Petrolchemische Kombinat Schwedt. Die Privatisierung des Unternehmens wurde im Jahr 1991 vollzogen.

Heute gehört die PCK Raffinerie GmbH zu den Top-Unternehmen in Brandenburg.

Sie ist das bedeutendste Unternehmen der Uckermark.

In Schwedt werden jährlich rund 12 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Hauptprodukte sind Benzin, Dieselkraftstoff, Kerosin, Flüssiggas, Heizöle und Bitumen.

Als Produktionsaggregate werden in der PCK Raffinerie GmbH neben Destillationsanlagen unter anderem eine FCC-Anlage (Fluid-Catalytic-Cracking), eine Visbreaker-Anlage und die weltweit einzige HSC-Anlage (High Conversion Soaker Cracking) betrieben. Weiterhin arbeitet eine Leichtbenzin-Veretherungsanlage zur chemischen Einbindung von Bioethanol in Benzin.

Nach einer Betriebsrundfahrt, bei der wir einen eindrucksvollen Überblick über die Betriebsanlagen und die Größe des Unternehmens gewinnen konnten, informierte uns Frau Verena Leschke, Mitarbeiterin im Bereich Standortentwicklung/ Unternehmenskommunikation, über die Entwicklung der PCK Raffinerie GmbH.

Das Unternehmen gehört heute zu den führenden Raffinerien in Deutschland und Europa.

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Foto: Bernd Geller (VBIW)

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Im Anschluss daran wurden mit teilnehmenden Mitgliedern des Ortsvereins Schwedt Möglichkeiten zum Erhalt und zur Aktivierung der Arbeit des Ortsvereins besprochen.

Foto: Bernd Geller (VBIW)

Bernd Geller (VBIW) 

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Die Oder – ihre Schifffahrt und Häfen

Gemeinsam hatten VBIW und Bürgermeister Jürgen Polzehl in den alten Rathaussaal von Schwedt eingeladen.
Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag von Dr. Gewiese, einem ausgewiesenen Experten der Binnenschifffahrt, Häfen und Wasserstraßen. Da er an der Oder aufgewachsen ist, liegen ihm der Fluss und die Oderschifffahrt besonders am Herzen. Diese begann im Jahre 1211 mit dem ersten Frachtschiff auf der Oder. Ca. 50 Jahre später erhielt Schwedt das Stadtrecht, ergänzte Bürgermeister Polzehl. Da sieht man, welchen Einfluss die Binnenschifffahrt auf die Entwicklung der Stadt hatte, und so wird es auch zukünftig sein, hofft Polzehl, wenn die Wasserstraße zur Ostsee ausgebaut wird.

Dr. Gewiese ordnete in seinem Vortrag zunächst die Oderschifffahrt in das europäische Binnenschifffahrtsnetz ein. Europa hat zwar nicht die längsten Wasserstraßen, liegt aber mit 820 Mio. Tonnen im Jahr auf einem Spitzenplatz im Vergleich der Zentren der Binnenschifffahrt in der Welt. Andere Regionen haben zwar längere Flüsse, aber weniger Gütertransport (China 720, USA 650, Russland 600 Mio. Tonnen pro Jahr). Dabei hat die Oder mit einer Länge von 866 km, davon 187 km in Deutschland, ein jährliches Transportaufkommen von 7 Mio. Tonnen. Das soll aber mehr werden, so waren sich Dr. Gewiese, der VBIW-Ortsverein und Bürgermeister Polzehl einig. Ein Hindernis ist z.Zt. noch das Umladen von Küstenmotorschiffen auf Binnenschiffe in Stettin, das mit dem Ausbau der Hohensaaten- Friedrichsthaler Wasserstraße auf 4,5 m Wassertiefe umgangen werden könnte. Zu diesem Vorhaben gab es natürlich auch Anfragen, zumal die Hohensaaten-Friedrichsthaler Wasserstraße den Nationalpark Unteres Odertal tangiert. Das Planfeststellungsverfahren wird wieder aufgenommen. Der VBIW-Ortsverein setzt sich für den Ausbau ein. Für ihn ist maßgebend, dass die Verlagerung von Transporten auf das Wasser die effizienteste Methode ist, um den Verbrauch von fossilen Brennstoffen und den Ausstoß von Kohlendioxid zu reduzieren, ohne das wirtschaftliche Wachstum zu hemmen. Noch werden in Deutschland im Binnenverkehr 68 % der Güter mit dem Lkw transportiert und nur 18 % mit der Bahn und 14 % mit dem Schiff. Der VBIW setzt sich dafür ein, dass die Transporte mit Bahn und Schiff anteilig vergrößert werden.

Dr. Gewiese ging auch auf andere Investitionsvorhaben zum Ausbau der Binnenschifffahrt in Brandenburg ein, so auf das zweite Schiffshebewerk in Niederfinow, den Ausbau des Sacrow-Paaretzer Kanals bei Potsdam im Rahmen des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 17 sowie den Bau neuer Häfen in Wustermark und in Mühlberg. Das alte Schiffshebewerk von 1934 bleibt als technisches Denkmal der Ingenieurbaukunst natürlich erhalten.

Ein überaus interessanter Vortrag, an den sich eine lebhafte Diskussion anschloss.

 Rudolf Miethig (VBIW)

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