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Ortsverein Potsdam


  Vorsitzender:
 Dipl.-Ing. Reinhold Kühne 
 Dorfstraße 31 
 14542 Glindow 
 Tel.: 03327 - 40070

Der OV Potsdam erforscht u.a. technische Denkmale der Region. Friedrich Wilhelm IV. wollte endlich die Wasserspiele im Park von Sanssouci sprudeln sehen. Das sollten die neuen, in England entwickelten Dampsmaschinen bewerkstelligen. Natürlich mußten sie aus preußischer Produktion stammen. Als Gebäude für die Dampfmaschinen und die dazugehörigen Pumpen ließ Friedrich Wilhelm von Baumeister Persius eine türkische Moschee mit einem Minarett als Schornstein errichten. Mit Bau und Aufstellung der Dampfmaschinen wurde die Berliner Eisengießerei und Maschinenfabrik von August Borsig beauftragt. Borsig lieferte auch die gußeisernen Rohre, um das Wasser auf das höhergelegene Becken des Ruinenbergs zu leiten. Bei den ersten Versuchen, zu Zeiten des Alten Fritzwurden noch Holzrohre verwendet. Diese barsten immer wieder und die Versuche wurden aufgegeben. 90 Jahre später sprudelte die ´Große Fontäne´ unterhalb des Schlosses Sanssouci dank leistungsfähiger Dampfmaschine und starker abgedichteter Rohre. Inzwischen wurde die Dampfmaschine durch zwei elektisch betriebene Kreiselpumpen ersetzt.                          
Borsigs Dampfmaschine wurde aber erhalten und für Besucher wird sie mittels elektrischen Antriebs in Bewegung gesetzt.   
 


Besichtigung Micro-BHKW auf Basis eines Stirling-Motors

Der Kraft-Wärme-Kopplung wird Seitens der Bundesregierung für das Gelingen der Energiewende ein hoher Stellenwert beigemessen. Das wurde vor über 10 Jahren auch von der ENERLYT Technik GmbH, einem Korporativ-Mitglied des VBIW, erkannt, die seit dieser Zeit ein Micro-BHKW auf Basis eines 2-Zyklen-Stirling- Motors entwickelt.

Im Juli 2007 hatten Mitglieder des VBIW erstmals Gelegenheit sich über diesen neuartigen, patentierten Stirling- Motor zu informieren.

Über den erreichten Entwicklungsstand nach 9 Jahren informierten sich Mitglieder des Ortsvereins Potsdam und des Arbeitskreises Umweltschutz / Erneuerbare Energien am Unternehmensstandort in Potsdam.

Dazu gab der Geschäftsführer des Unternehmens, Herr Dr.-Ing. Andreas Gimsa einen Überblick über die Vorteile der Stirling-Technologie gegenüber motorbetriebenen BHKW.

Im Weiteren konnten die Teilnehmer der Besichtigung dann eine Anlage in Betrieb erleben.
Das Micro-BHKW aus Basis des Stirling-Motors besitzt eine elektrische Leistung von 1 kW und eine thermische Leistung von 3 kW. Diese Wärme ist vom Temperaturniveau her für Fußbodenheizungen geeignet, kann aber auch in den Vorlauf des zur Wärmeversorgung eingesetzten Heizkessels eingespeist werden.
Als Wärmequelle des Stirling-Motors wird ein Pellet-Heizkessel vom Typ Biostar mit einer Heizleistung von 15 kW der österreichischen Firma GUNTAMATIC HEIZTECHNIK GmbH eingesetzt, wobei der Wärmetauscher für die heiße Seite des Stirling-Motors direkt in den Brennraum des Heizkessels eingeführt wird.

Wie der Stirling-Motor auf Unterschiede in der elektrischen Belastung reagiert wurde am Testgerät vorgeführt.

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Versuchsaufbau des in Entwicklung befindlichen Holzvergasers                        Fotos: Bettina Ziehe (Enerlyt Technik GmbH)

Da Micro-BHKW vorzugsweise der Wärmeversorgung von Eigenheimen dienen, werden sie üblicherweise wärmegeführt eingesetzt. Um die Möglichkeit der Eigenstromversorgung zu erhöhen wäre den Nutzern der Einsatz eines Batteriespeichers zu empfehlen, wie ihn z.B. VBIW-Mitglieder bei der Firma WinBat Technology GmbH vor einigen Jahren besichtigen konnten. Auch eine stromgeführte Arbeitsweise wäre möglich, dann jedoch im Zusammenspiel mit einem Wärmespeicher.

Es ist vorgesehen noch in diesem Jahr einige Micro-BHKW in den Praxistest zu überführen, um 2017 mit dem Bau einer Kleinserie beginnen zu können.

Als weiteres Highlight wurde den Teilnehmern der Versuchsaufbau eines in Entwicklung befindlichen Holzvergasers vorgeführt, in dem aus Holzhackschnitzel Brenngas für das Micro-BHKW gewonnen wird. Bei der ENERLYT Technik GmbH wird davon ausgegangen, dass auch diese Entwicklung nach Beendigung aller Tests gemeinsam mit der Firma GUNTAMATIC HEIZTECHNIK GmbH in die Praxis überführt werden kann.

Der VBIW wünscht dem Unternehmen bei der Praxiseinführung der neuen Anlagen viel Erfolg und wird dieses weiterverfolgen.

Dr. Norbert Mertzsch (VBIW)

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Versuchstand: Micro-BHKW mit Stirlingmotor (links) und Pellet-Heizkesses (rechts)
Quelle: Enerlyt Technik GmbH

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Besichtigung des Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB)

Am 20. März 2013 nahmen 27 Mitglieder und Gäste des Regionalvereins Nordwestbrandenburg und der Ortsvereine Potsdam und Brandenburg des VBIW die Gelegenheit wahr, sich im Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e.V. (ATB) über aktuelle Forschungsthemen am Institut zu informieren. Besonders zu begrüßen war, dass durch Vermittlung von Herrn Fladrich an der Besichtigung des ATB auch die Träger des VBIW-Preises des „Jugend forscht“ Wettbewerbs von Brandenburg West 2013 der musikbetonten Gesamtschule Paul-Dessau Zeuthen teilnahmen.

Nach der Begrüßung stellte Frau Claire Nicolas, persönliche Referentin des wissenschaftlichen Direktors, kurz das ATB und seine Aufgaben vor.

Danach stellte Herr Dr. Joachim Venus die seit 2007 betriebene Pilotanlage zur Herstellung von Milchsäure aus pflanzlichen Reststoffen für Biopolymere vor. In dieser Anlage erfolgen umfangreiche Prüfungen, welche pflanzlichen Reststoffe zur Herstellung von Milchsäure geeignet sind, die sich danach problemlos zu Biopolymeren verarbeiten lässt. Auch Auslegungsdaten für eine spätere Bioraffinnerie werden gewonnen.

Im zweiten Teil der Besichtigung wurde das Multitalent Hanf vorgestellt. Zunächst ging Herr Dipl.-Ing. Jörn Budde auf die Probleme der Ernte und Konservierung von Naturfaserstroh aus Hanf ein. Im Anschluss daran erläuterte er an Hand der Pilotanlage die Schritte der Aufbereitung und Verarbeitung des Naturfaserrohstoffes. Dazu gehören die Schritte der mechanische Verfahrenstechnik, wie Zerkleinern, Sieben, Sichten und Klassieren zur Faser- und Schäbengewinnung. Als Produkte könnten Dämmstoffe oder Pressstoffe, wie sie auch aus Holz gewonnen werden, entstehen.

Zum Abschluss der Führung wurden Forschungsarbeiten zur innovativen Melktechnik vorgestellt. Dabei erläuterte Dr. Jürgen Wilda was Physik und Mathematik zum tiergerechteren Melken beitragen können.

Fragen zum ATB und den besichtigten Projekten wurde dann noch auf einer Abschlussdiskussion beantwortet.

Für die sehr interessante Veranstaltung möchte ich mich an dieser Stelle nochmals beim ATB und insbesondere bei Frau Helene Foltan, Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, und Herrn Dr. Jürgen Wilda, Referent Technologietransfer, und allen Vortragenden bedanken.

Dr. Mertzsch (VBIW - Vorsitzender RV NW)

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Tradition und höchste Qualität

OT Rietz, Kloster Lehnin. Der OV Potsdam war neugierig geworden. Am Einkaufzentrum im Tempelhofer Hafen und an einem Neubau in Brandenburg erkannten Mitglieder Fassadenteile, die von der Metallbau Windeck GmbH stammten, einem Betrieb im Gewerbegebiet Rietzer Berg, unweit von Brandenburg an der Havel. Das war doch einer der Betriebe, die 2010 den Zukunftspreis Brandenburg erhielten! Der OV informierte sich bei einer Exkursion nach Rietz, wofür der Betrieb ausgezeichnet wurde. Er wurde vom Seniorchef Klaus Windeck empfangen, der für den kaufmännischen Bereich verantwortlich ist. Er informierte in einem 1-stündigen Vortrag über Tradition und Leistungen des Betriebes. Fachliche Probleme wurden dabei ausgiebig diskutiert. Es wurde bereits sichtbar, dass der Betrieb großen Wert auf Qualität und Zuverlässigkeit legt.

Vor 116 Jahren wurde die Schlosserei in der Brandenburger Steinstraße gegründet. Nach Kriegszerstörung zog man in die Brüderstraße. Klaus Windeck erzählte, dass er 1961 mit 19 Jahren Inhaber der Firma wurde. Hauptprodukt waren ab 1964 Stahl- sowie Alu-Fenster und -Türen. Sein Sohn Oliver, der sich beim Rundgang durch den Betrieb dazu gesellte, wurde nach seinem Abschluss zum Diplom-Ingenieur mit einem Zusatzstudium in England Geschäftsführer für den technischen Bereich. Gemeinsam weihten Vater und Sohn am 01.04.1995, anlässlich des 100-jährigen Bestehens, eine neue Produktionsstätte im Gewerbegebiet Rietzer Berg ein.

Die Firma produziert das, was an Gebäudefassaden aus Metall ist, also Fenster, Türen, Attika- und Balkonverkleidungen, Vordächer, Abdeckungen. Interessiert blätterten die Ingenieure im anspruchsvoll gestalteten Referenzbuch der Firma. Da waren 250 Gebäude abgebildet, aus unserer Region z. B. das Einkaufszentrum Tempelhofer Hafen, die Mexikanischen Botschaft, das Marie-Curie-Gymnasium Dallgow, die Johanna Solar Technology Brandenburg, das Amtsgericht Oranienburg, das Gymnasium Nauen, das Technologie- und Gründerzentrum Belzig, Möbel Adam in Falkensee oder Tropical Islands in Brand (Spreewald). Einige Attika-Konstruktionen waren besonders filigran ausgeführt, in unterschiedlichen Höhen, vom Architekten in schwungvollen Formen vorgegeben. Diese Arbeiten erfordern doch besonders exakte technologische Vorbereitung mit Hilfe moderner CAD-Anlagen und handwerkliches Können, meinten die Ingenieure vom OV Potsdam, und sahen die Auszeichnung mit dem Zukunftspreis an allen Stellen gerechtfertig. Auch beeindruckte sie die systematische Kennzeichnung der Teile, damit sie ohne Verwechslung an die richtige Stelle eingefügt werden. Klaus Windeck verwies aber auch auf die Tradition des Betriebes, der Ausbombung und Sozialismus überstand, immer wieder an die jüngere Generation weitergegeben wurde und nach der Neugründung auf 120 Mitarbeiter anwuchs und heute ein angesehener Zulieferer der Bauindustrie ist.

Dipl.-Ing. Reinhold Kuehne (VBIW, Leiter OV Potsdam)                                                       

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